Die deutsche Einheit und die Last der Teilung

Oktober 16, 2019
ANZEIGE
Rheinisches Bildungsinstitut Düsseldorf
Rheinisches Bildungsinstitut Düsseldorf
Rheinisches Bildungsinstitut Düsseldorf
Rheinisches-Bildungsinstitut-1
Rheinisches-Bildungsinstitut-2
Rheinisches-Bildungsinstitut-3

Zum Festakt der Deutschen Einheit erinnerten Politiker in Kiel an die Lebensleistung der Ostdeutschen und forderten Mut, Anerkennung und Engagement, um den Prozess der Wiedervereinigung abzuschließen. Die, nach dem Zusammenbruch der DDR, neu gegründeten ostdeutschen Bundesländer waren am 3. Oktober 1990 der Bundesrepublik Deutschland beigetreten.

Die Wiedervereinigung sei nicht einfach gewesen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), zur Einheitsfeier zum 29. Jahrestag der Deutschen Einheit in Kiel. „Auf die Last der Teilung folgte die Wucht der Einigung“, so die Bundeskanzlerin.

Zwar sagte die Kanzlerin, dass „unglaublich viel erreicht“ worden sei und viele Deutsche „mit ihrem Leben insgesamt zufriedener als zu jedem anderen Zeitpunkt nach der Vereinigung“ seien, doch sie erinnerte auch an die fortwährenden Unterschiede zwischen Ost und West. Im Westen hätten die meisten Menschen die Wiedervereinigung als Zuschauer erlebt, sagt die Kanzlerin am Tag der Einheit. Den Osten habe dagegen „die Wucht der Einigung“ getroffen.

Die Mehrheit der Ostdeutschen in der Bundesrepublik fühlen sich nach 29 Jahren Wiedervereinigung immer noch „als Bürger zweiter Klasse“. Sie empfinden weder Anerkennung für die Entbehrungen nach der Wiedervereinigung noch für die Lebensleistung vor- und nach der Wende. So sei nach Merkel die Wiedervereinigung ein fortwährender Prozess und ständiger Auftrag und warb für mehr Engagement und Anerkennung, denn „als Bürgerinnen und Bürger in der Demokratie haben wir alle eine Verpflichtung“.

Merkel warnte, „die Ursache für Schwierigkeiten und Widrigkeiten vor allem und zuerst beim Staat und den sogenannten Eliten“ zu suchen, „denen man sowieso nicht glauben könne und die dem Einzelnen irgendwie nur im Wege sind“. Sie ermahnte, dass diese Haltung nicht auf andere Menschen projiziert werden dürfe und forderte ein klares Nein zu Intoleranz, Antisemitismus und Ausgrenzung von Minderheiten. Dem schloss sich der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Daniel Günther (CDU) an, der als Bundesratspräsident den Festakt ausrichtete. Dabei wünschte er sich „mehr Platz für die ostdeutschen Aspekte unserer deutschen Geschichte“ und auf westdeutscher Seite mehr Sensibilität und Verständnis. Er zollte den Bürgern der DDR Anerkennung und Respekt für ihren Mut auf die Straße zu gehen und die Wiedervereinigung auf friedliche Weise erlangt zu haben. Diesbezüglich rief der scheidende Bundesratspräsident dazu auf, „selbst wieder etwas mutiger zu werden“, sich „nicht von Zukunftsangst überwältigen zu lassen“ und in Diskussionen dagegenzuhalten und aufeinander zuzugehen.

Während CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer bei einer Kundgebung im ehemals geteilten Dorf Mödlareuth an der Grenze zwischen Bayern und Thüringen die AfD als „scheinbürgerliche Fraktion“ und Verweigerer angriff, warf Daniel Günther (CDU) der AfD in Bezug auf deren Wahlprogramm „Wende 2.0“ indirekt vor, die Leistungen der demokratischen Aktivistinnen und Aktivisten in der DDR zu verhöhnen. Es sei „eine Verhöhnung der Leistungen dieser Menschen, wenn Parteien diesen Mut heute für ihre parteipolitischen Zwecke missbrauchen, indem sie von der Wende 2.0 reden“.

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen erklärte in einer Video-Botschaft zum Tag der Deutschen Einheit: „Lassen Sie uns gemeinsam dafür Sorge tragen, dass die großen Errungenschaften unserer freiheitlichen Demokratie gegen ihre zahlreichen Feinde nicht verloren gehen.“ Meuthen erklärte, das Ostdeutsche auf Versuche von Politik und Medien „ihre Freiheit zu beschneiden“ besonders allergisch reagieren.

Heimatminister Horst Seehofer (CSU) sagte in einem Interview mit der Bild am Sonntag, dass er sich „vor dem Mut der Ostdeutschen“ verneige und dass der „Mauerfall diesen Menschen, die bei der friedlichen Revolution eine riesige Courage bewiesen haben“ zu verdanken sei. Es sei wichtig „in Erinnerung zu rufen, was die ostdeutsche Bevölkerung geleistet hat“, sagte der Innenminister. Weiter zeigte er sich zuversichtlich, dass binnen zehn Jahren die Strukturunterschiede zwischen Ost und West beseitigt sein werden. „Wir gehen von einem Jahrzehnt aus, bis wir gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland haben“. Eine „gute Infrastrukturpolitik“ könne den Menschen „Perspektiven für ihre Zukunft aufzeigen“. So würden die Ängste vor der Zukunft reduziert, mit denen die AfD die Menschen emotionalisiert und polarisiert.

ANZEIGE

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Don't Miss

Lass dir dein Leben nicht vom Bildschirm stehlen!

35 Jahre Erasmus

EZB erhöht Leitzins und rechnet mit Stagnation

Energiepartner Deutschland und Kanada

EU-Hilfe für die türkisch-zyprische Gemeinschaft

G7 verschärft Sanktionen gegen Russland und stützt weiter die Ukraine

Ukraine und Moldau werden EU-Beitrittskandidaten

Ross Beiaard und Karl der Große

EU-Bürger gestalten Europas Zukunft

Enge Partnerschaft zwischen EU und Indien

Hallerbos: Das blaue Naturschauspiel

Keukenhof, der schönste Frühlingspark der Welt

EU hilft Ukraine und erhöht Druck auf Russland

Neuer Aktionsplan der EU gegen Krebs

Es wurde wieder Licht

Proteste in 9 europäischen Städten gegen Menschenrechtsverletzungen in der Türkei

Ballonfahren im Zeichen des Friedens

EU stellt humanitäre Hilfe in Höhe von 3 Mio. EUR für Haiti bereit

Visaliberalisierung für die westlichen Balkanländer

EU will CO2-Sünder stärker zur Kasse bitten

EU will Verbraucherrechte stärken

Weitere Annährung zwischen der Türkei und EU

EU-Bürgerinitiative gegen fossile Brennstoffe

Ein Obernarr gestaltet Integration

Muslime in Deutschland 2020

Psychische Gewalt an Kindern

Stellungnahme gegen Antisemitismus

EU-„COVID-19-Zertifikat“ kommt vor Sommer

Konflikte im postsowjetischen Raum und der Karabach-Konflikt.

EU schützt Halloumi/Hellim-Käse aus Zypern

EU modernisiert Zollunion mit der Türkei

Annährung zwischen der Türkei und EU

Grünes Zertifikat für Reisen in der EU

Nachwuchsübersetzer/innen der EU ausgezeichnet

Humanitäre Hilfe der EU für die Rohingya-Flüchtlinge

Die traurige Geschichte des Islamismus

EU legt Zukunftsstrategie vor

CDU hofft auf die Stimmen der Migranten durch Laschet

EU-Staaten missachten Vorschriften der Telekommunikation

„Grünbuch zum Thema Altern“ in Europa vorgelegt

EU verhängt Geldbußen gegen die Spieleverlage

EU registriert „Verbot biometrischer Massenüberwachung“

EU und China bauen ihre Wirtschaftsbeziehungen weiter aus

EU verlängert Hilfsprogramm für Flüchtlinge in der Türkei

EU: „Migration ist Teil der europäischen Identität“

Harter Lockdown zur Weihnachtszeit

EU plant emissionsfreien Verkehr bis 2050

Täglich 3000 Corona-Tode in der EU

Demokratische Werte für EU-Bürger von „großer Bedeutung“

EU und China wollen 200 Produkte vor Fälschungen schützen

Die EU-Kommission rügt Ungarn und Portugal

EU-Verfahren gegen Zypern und Malta

Pandemie erschwert Integrationsbemühungen

Corona-Krise: Bund und Länder einigen sich auf Maßnahmen

Die EU will eine Pandemie-Karte mit einheitlichen Farbcodes erstellen

Der jährliche Fortschrittsbericht der EU zur Türkei veröffentlicht

Keine EU-Sanktionen gegen die Türkei

Rassistischer Eklat bei der Polizei in NRW

Das neue EU-Migrations- und Asylpaket

“Opposition in Belarus” wurde für den Sacharow-Preis nominiert

Von der Leyen kritisiert die Türkei

Der Filmpreis des Europäischen Parlaments im neuen Gewand

Champions League Start

Corona-Maßnahmen an NRW-Schulen

Wir kommen nicht als Rassisten auf die Welt

Der FC Bayern München

In Bochum liefern täglich Ehrenamtler warme Mahlzeiten an Senioren

Ramadan unter Quarantäne

Richtung Bundesliga

Erster Schritt aus dem Lockdown

Corona-Krise: Bundestag bewilligt Milliardenhilfen

Wie Covid-19 auf eine gerechte Welt hoffen lässt?

Großbritannien verabschiedet sich aus der EU

Die Grotten von Han

10 Millionen Euro für bessere digitale Ausstattung an Berufskollegs

Zehntausende Katalanen versammeln sich für Einheit Spaniens

Bundesnetzagentur-Chef unterstützt Idee der öffentlichen Finanzierung von 5G-Funknetz

Worüber das Corona-Virus uns zum Nachdenken bringt