Imam-Ausbildung in Niedersachsen weiter unklar

Januar 22, 2019
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Welche Perspektiven haben deutsche Imame?, Foto: Samer Chidiac
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HANNOVER. Die niedersächsischen Grünen kritisieren den Stillstand bei der Imam-Ausbildung in Niedersachsen. Die wissenschaftpolitische Sprecherin der Grünen,Eva Viehoff, kritisierte gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung, dass „nach den vollmundigen Ankündigungen“ von Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) bis heute nichts passiert sei.

Der niedersächsische Wissenschaftsminister hatte im September vergangenen Jahres vorgeschlagen, dass Absolventen des Masterstudiengangs Islamische Theologie an der Universität Osnabrück künftig jeweils zur Hälfte in Moscheegemeinden und an niedersächsischen Schulen arbeiten könnten.

„SPD und CDU sprechen zwar immer viel von der Wichtigkeit von Integration von Muslimen in Deutschland, unterstützen aber die geeigneten Mittel dafür wie die Imam-Ausbildung in Osnabrück nicht ausreichend“, bemängelte Viehoff. Die Studentenzahlen am Osnabrücker Islaminstitut sind rückläufig. Die Zahlen zeigten, „dass es mit einem guten Ausbildungsort nicht getan ist“, erklärte Viehoff. Die Landesregierung müsse nun schnellstens gemeinsam mit den islamischen Verbänden im Land daran arbeiten, den Absolventen aus Osnabrück auch eine berufliche Perspektive zu bieten.

Der Direktor des Instituts für Islamische Theologie, Professor Bülent Ucar, teilte der NOZ auf Anfrage mit: „Die fehlenden Berufsperspektiven und die unvollständige Besetzung der vom Land zugewiesenen Professuren verschlechtern unsere wissenschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, was zu Abwanderung und Rückgang der Studierendenzahlen führt.“ Von acht Professuren am Institut seien nur vier regulär besetzt, zwei weitere würden vertreten und zwei seien vakant. Ucar fordert nun von Land und Universitätsleitung, die Stellen freizugeben.

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